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Bordeaux Subskription 2008

Bordeaux-Subskription 2008

Bordeaux-Subskription 2008 – Frucht und Finesse            8.April 2009

Wie jedes Jahr begab es sich auch dieses Mal in den letzten Tagen des Monats März, dass ganze Heerscharen von Verkostern zu ihrer „alma mater“ nach Bordeaux pilgerten, um aus dem Degustieren frühreifer Fassproben  Prognosen über die zu erwartenden Qualitäten zu verfertigen.

In jenen Tagen, in denen die weltweite Vernetztheit noch nicht allumspannend und es daher möglich war, Enklaven der Individualität zu artikulieren, gab es den unvoreingenommenen Verkoster vielleicht. Heute ist das selbst bei größter medialer Enthaltsamkeit nicht möglich.

Und so ereignet es sich denn, dass man schon meinungsbefrachtet sich initial ans Werk setzt. Wie in den letzten beiden Jahren auch, war schon lange vorher ausgemacht, was qualitativ vom „08er“ zu erwarten sei: Mittelmäßiges und auf keinen Fall Aufregendes.

Mein adversatives  „Einspruch Euer Ehren“ nährt sich aus dem empirischen Befund andersartiger Verkostung und der theroretischen Betrachtung des Klimaverlaufs.

Das Wort über 2008 kann aber nur Gewicht haben, wenn es auch die allgemeinen Bedingungen, in die der Weinmarkt eingebettet ist, mit in die Betrachtung einbezieht.

2008 ist in Bordeaux ein sehr guter Jahrgang. Zur Größe fehlt die Vollkommenheit im Einzelnen und die Ausgewogenheit im Allgemeinen. Ebenso wie in den beiden Vorjahrgängen, läßt sich die allgemeine Qualität nur als sehr heterogen bezeichnen. Betrachtet man sich den Wetterverlauf, ist das auch nicht weiter verwunderlich. Derjenige, der es sich leisten kann, bei der Ernte eine Wette auf die optimale Reife zu machen, wird es leichter haben als der, den eine falsche Entscheidung in existentielle Not bringen kann.

So war 2008 das dritte Jahr in Folge, in dem einerseits die großen Terroirs reüssiert haben, andererseits aber auch jene Winzer, die mit Intuition, Wissen, Fleiß und Mut den „Mangel minderwertigen Besitzes“ – um es etwas überspitzt zu formulieren – wettmachen konnten.

Vielleicht darf man sogar so weit gehen und annehmen, dass 2008 dort besonders erfolgreich war, wo man in den beiden vorangegangenen Jahren im Hinblick auf das, was unter adversativen Umständen möglich ist, entsprechend dazulernen konnte.

So ergibt es sich, dass für Sie als Kunden und Weingenießer in jeder denkbaren Qualitäts- wie Preisstufe Weine zur Verfügung sind, die Ihre Sinne in die Weiten genießerischer Entrückung zu entführen vermögen.

Alles, was Sie vielleicht brauchen, ist, sich über die vielen krittelnden Stimmen, die ja oftmals auch in der Vergangenheit schon recht falsch lagen, hinwegzuorientieren.

Viel könnte man über die Preisgestaltung und auch die Dynamik der Primeurkampagnen der letzten Jahrgänge sagen. In Bordeaux hat man zu sehr auf die Globalisierung und zu wenig auf die Tradition geschaut, und man hat sich zu sehr in die Abhängigkeit des Großdegustators begeben – beides ohne jede ersichtliche Not. Es würde aber weit an der Sache vorbeigehen, würde man den Châteaux Realitätsferne attestieren.

So tut es nicht Wunder, dass dieses Jahr vieles anders ist, als es zuvor war. Hubert de Boüard, bei dessen Namen schon eine gewisse Verwegenheit der Vokalreihung zu beobachten ist, hat mit Château Angélus und dessen „Trabanten“ in den letzten Jahren strategische Weitsicht und unternehmerischen Perfektionismus bewiesen.
Als Erster hat er dieses Jahr mit den Châteaux Angélus (minus 41% gegen 2007) und Bellevue (minus 21,7%) den Reigen der Angebote eröffnet. Für meine Begriffe hat er damit das getan, was getan werden musste: einer aus der Reihe hinter den Premiers setzt eine markante Attacke gegen Attentismus und Marktfehleinschätzung: nicht lange warten und deutlich runter mit dem Preis! Dass es aber Grenzen gibt, zeigt er mit Bellevue.

Wie zu hören ist, wird die nächste bedeutende Attacke von den Premiers geritten werden. Man munkelt (was auch immer das eigentlich ist), dass sie noch vor der April- Veröffentlichung des Weinanwalts mit Preisen, zu denen Sie schon fast nicht mehr „Nein“ sagen können (knapp unter brutto 150,00 Euro) an den Markt kommen werden. Sollte es so kommen, wäre das eine Preisreduktion gegenüber 2007 von fast 60%.

Damit dürfte klar sein, dass es eine schnelle Kampagne mit sehr vernünftigen Preisen geben wird. Inwieweit Sie die Offerte reizt, hängt sicherlich auch an den Notizen der einzelnen Verkoster. In den nächsten Tagen wird sich die Offertenliste, wie Sie es aus den Vorjahren gewohnt sind, langsam füllen. Die ersten Offerten finden Sie bereits jetzt online.

Bitte nutzen Sie mein Angebot einer persönlichen Beratung.

Die letzte Downloadaktualisierung ist am 11.Juni um 9.53Uhr erfolgt.

Mit herzlichen Grüßen,
Ihr
Matthias Hilse

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Letzte Änderung am 11.6.2009 09:53.
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