Château Cos d'Estournel
Chateau Cos d'Estournel

Chateau Cos d'Estournel nach dem Umbau

Wenn rezent irgendwo in der subtilen Welt des bordelaiser Hochadels die menschliche Zerrissenheit als Bewahrer der Tradition auf der einen und als Motor des Fortschritts auf der anderen Seite architektonisch thematisiert wurde, dann auf Château Cos d’Estournel, dessen Weinkeller eine Melange ist aus futuristischem Hochglanz und exotischer Hotelhalle. Es würde einen nicht wundern, begegnete man hier Miss Marple oder Peter O’Toole.
Dass Jean-Guillaume Prats einen großen Cos ernten konnte, den besten Wein der Appellation Saint-Estèphe, liegt sicherlich auch in der peniblen Selektion begründet, die 70% der Ernte deklassierte. Gerade der Jahrgang 2011 dürfte aber auch darin seinen Erfolg zum Grunde haben, dass die Investitionen der letzten Jahre in einen Keller nach dem letzten Schrei auch allerfeinste Türen der Distinktion öffnete, so dass so präzise gearbeitet werden konnte wie nie zuvor. In gewissem Sinn erachte ich den Cos des Jahres 2011 als die konsequenteste Verkörperung des hiesigen Mythos, denn all das überflüssige Fett, das z.B. den 2009er etwas heimatlos hat sein lassen, ist verschwunden, ohne dass dem Wein dadurch etwas fehlen würde.
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