Chateau Mille Roses Margaux 2011

Fast mag man es als Verkoster nicht glauben, dass man einen Wein als besonders gelungen und damit empfehlenswert erachtet, und zu diesem Urteil nirgendwo einen Widerhall findet. So ging es mir mit Château Mille Roses aus Margaux, dessen 2008er mich schon regelrecht ansprang. Nun muss man hinzufügen, dass es mit Mille Roses nicht ganz so leicht steht, denn es gibt ihn genauso genommen gleich zweimal: einmal als Haut-Médoc und einmal als Margaux. Aber 1000 Rosen sind ja auch genug, um sie auf zwei Weine zu verteilen.

Verkostungsnotiz:

Der 2011er Mille Roses Margaux setzt die Entwicklung der letzten Jahre konsequent fort. Der sattgranate Wein, der mit seinen feinfruchtigen, mit floralen Aromen unterlegten Bouquetschüben nicht geizt, gleitet den Gaumen mit dominant rotbeerigem, überaus klarem, fast brillanten Saft in der Manier gleitender Eleganz aus und verblüfft durch die saftige Rasse, mit der die Frucht die Sinne zu hedonistischem Entzücken animiert. Perfekt extrahiert, mit der deutlich präsenten Verortung als erdig-floraler, feinsinniger Margaux, mit feiner, frischetragender Säure und überaus beeindruckender Balance, setzt sich der Eindruck stimmigen Wohlgefallens über das epilogreiche Finale hinaus fort.

Matthias Hilse: 91-93

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