Wo sind sie denn oder: Merkmale falscher Verwurzelung

Eine Sache wie die Bordeaux-Subskription, deren iteratives Grundschema darauf ausgerichtet ist, die jeweilige Neuauflage eines in seiner Stilistik vertrauten Weins im Rahmen eines kreditinduzierten Termingeschäfts an den Markt zu bringen, lebt zunächst einmal von der allgemeinen Bekanntheit seiner „Marke“, die Motivation für die Neugierde auf den neuen Jahrgang ist.

Filigran entwurzelt – Foto © Matthias Hilse

Da schon aufgrund der Disintegration des Zinses eine materielle Opportunität durch das Fehlen von Diskontfaktoren nicht mehr gegeben ist, muss also die Fantasie, ein knappes Gut rechtzeitig „eingedeckt“ zu haben, als Movens für die Kaufentscheidung dienen. Nur wenn sich der Bezugspreis während der Subskription ändert, ist diese sinnvoll.

Ähnlich einem Mythos, dessen Geltungsanspruch auf Verifizierbarkeit ihm ebenso wesenhaft ist, wie die Notwendigkeit seiner „Tradition“ – ergo seiner Verfügbarkeit, riskiert ein Wein, dem Umstand des Sagenumwobenen obsolet zu werden durch seinen Rückzug in die Verborgenheit.

Bordelaiser Kurvendiskussion – Foto © Matthias Hilse

Nun sind die Akteure am Bordeaux-Primeurmarkt gerade in besonderem Maße mit dem Phänomen der Unauffindbarkeit einiger von der Sache her garnicht so raren Weine befasst, denn besonders die Inkunablen, von deren prinzipieller Sichtbarkeit – sprich: merkantiler Verfügbarkeit – die Fantasie der Subskription lebt, scheuen immer mehr die Öffentlichkeit, die aber ein Grundprinzip eines funktionierenden Marktes ist.

Traditionelle Verankerung – Foto © Matthias Hilse

Man möchte den Eigentümern dieser Verborgenheitselite gerne zurufen, dass es so etwas wie eine Verantwortung gerade derjenigen, die in der Lage sind, Begierden zu evozieren, dem Gemeinwesen, also der Summe der Marktteilnehmer gegenüber, gibt. Denn nur in der Ausprägung des Sozialen von der Spitze her, wo die „Onioepithymia“ Freiräume sorglosen Entledigtseins schafft, rechtfertigt sich das Engagement der „Wasserträger“ für die Instanthaltung eines Marktes, ohne den die Mythen dem gnadenlosen Erosionsprozess des Vergessenwerdens ausgesetzt sind.

Interferierende Partystimmung – Foto © Matthias Hilse

In einem Geschehen, das wesenhaft im Begriff des Terroirs die Bedeutung des Verwurzeltseins hervorhebt, zeugt es von besonderer Ignoranz, inert zu sein für die Belange der Reziprozität von Geben und Nehmen.

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Chateau Batailley 2018: eine Hommage an die Appellation Pauillac

Wer aus dem Jahrgang 2018 den Pauillac herauspicken möchte, der die ideale Verkörperung der Appellation aus der Konjunktion der Parameter Typizität, Tannineleganz, Rasse, Verfügbarkeit und Bezahlbarkeit verkörpert, der kommt an Chateau Batailley nicht vorbei. Es ist schon beachtlich, mit welcher Verläßlichkeit hier in den letzten Jahren Weine entstanden sind, die feine Werbeträger für die Nachricht sind, dass Bordeaux auch in Bezug auf das Preisgefüge (für die Haltbarkeit ohnehin) keinen Vergleich zu scheuen braucht.

Natürlich kommt dem Batailley zugute, dass mit dem Kauf des Nachbarn Haut-Batailley durch die Familie Cazes vor ein paar Jahren die eigentliche Peer-Gruppe kleiner geworden ist und man andernorts (Pedesclaux, Haut Bages Liberal) weniger um die Terroirverortung bemüht ist.

Chateau Batailley, Foto © Matthias Hilse

Fast scheint es, als wäre dem Batailley 2018 das Rampenlicht, das ihm ob seiner herausragenden Erscheinung gebührt, doch ziemlich peinlich, und so muss man als Verkoster etwas Geduld mit ihm haben, bis er nach einem ersten Hauch dunklen, schwarzen hochreifen Beerendufts die in feinster Anmutung skizzierte Vedoute eines Pauillac an sich mit den prototypischen Ingredienzen wie Minze, Tabak und Graphit hervorbringt. Der noble Gaumenfluss, dem eine archetypische, in den Pianissimosphären der Fruchtextraktion domizilierte Tannineleganz zugrunde liegt, erfährt seine Spannung aus der über einem fast seduktiven, extraktsüßen Fruchtkern aufsteigenden Woge mineralischer Frische. In einem langanhaltenden, nachdrücklichen und fruchanimierten Finale verabschiedet sich dieser Pauillac par excellence.

Matthias Hilse 95-97 Punkte

Subskriptionsindex 20/20

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Bordeaux 2018 und die Renaissance des Stammelns

Einem Weinrezensenten geht es zunächst auch nicht anders als einem Musik- oder Literaturkritiker. Denn hier wie dort gilt es, sinnlich Wahrgenommenes nach einigermaßen allgemeingültigen Kriterien subjektiv zu beschreiben und in Form eines Urteils Empfehlungen oder Ratschläge zur Distanzierung auszusprechen.

Dem Weinkritiker jedoch, der eigentlich auch dem Gebot „Du sollst Sinnlich-Rezeptives nicht Quantifizieren“ Folge leisten sollte, ist seit der Reconquista Europas durch die Inch-und-Gallonenbarden unter dem Oberbefehl des späteren Hegemon über die weltweite Weinkritik, Robert Parker, als die in der alten Welt gebräuchliche Stammelei in Pünktchen und Sternchen dem Benotungsschema amerikanischer Erziehungseinrichtungen weichen musste, um ausgerechnet dort, wo man das metrische System am allerwenigsten gebrauchen kann, um sich mitzuteilen, eine folgenreiche Kolonialisierung derart widerfahren, seinen Beurteilungsobjekten feste Plätze in der Sphäre quantitativer Verortung zuweisen zu müssen.

Andererseits: wie soll das gehen, bei einem solchen Großereignis wie den Primeurverkostungen in Bordeaux, während der alljährlich von der spuckenden Zunft Hunderte von Faßmustern zu beurteilen sind, Ordnung anders zu stiften als in der Kartographierung nach Punkten? Denn während der Weinkritiker während der Primeurs etwa 100 Muster pro Tag zu begutachten hat, würde man Gleiches weder von den Ton- noch von den Buchstabenrezensenten erwarten – alleine schon, weil es unmöglich ist.

Wer käme etwa auf die Idee, die rezenten Einspielungen der Goldberg-Variationen von Levit und Tharaud mit Punkten zu bewerten und in numerischer Attribution in Beziehung zur Benchmark aus dem Jahr 1955 zu setzen? Wäre hier nicht der kurze Atem der Notation eher dem Eintauchen in die große Seele der bachschen Variationsmystik, die natürlich sowohl unterschiedliche Interpretationen zuläßt als auch variierende Resonanzen beim Hörer auszulösen vermag, hinderlich in Sinne vorauseilender statischer Fixierung?

Geht man in die Zeit zurück, als Parker der Coup gelang, den metrischen Natives in Europa ihr ureigenstes Werkzeug, das auf Wein anzuwenden sie sich aber versagt hatten, zurückzubringen, dann fällt Folgendes auf: die Disparität zwischen der historischen Einordnung und der seinerzeitigen Qualität der Weine (wenn man hier für das Medoc die Klassifikation von 1855 zugrunde legt) war so gravierend, dass es schlicht eines Ordnungsschemas bedurfte, um den Konsumenten sicher durch das von bitterer Mediokrität flankierte Feld des Bordeauxangebots zu führen.

Schaut man heute, knapp 40 Jahre nach der parkerschen Rückeroberung der Deutungshoheit in die Sphäre des quantitativ Bestimmbaren, auf „Bordeaux en Primeur“, so fällt zunächst eines auf. Von den ca. 10.000 Weingütern in Bordeaux schaffen es aktuell nur etwa 600, über den „Place de Bordeaux“ und damit mithin in Subskription verfügbar zu sein. Sieht man von den paar Ausnahmen um Chateau Latour herum ab, deren Abwesenheit selbstinszeniert ist, ist die Handelbarkeit eines Weins alleine schon Merkmal seiner Güte. Niemand braucht Bedenken zu haben, hier einen qualitativ minderwertigen Wein „untergejubelt“ zu bekommen.

Mit der Ökonomisierug aller Lebensbereiche und dem damit einhergehenden Bewusstsein für den Wert von Marken gibt es aktuell in Bordeaux z.B. keinen „Grand Cru Classé en 1855“ mehr, dessen neuerliche Ernteauswürfe nicht zumindest den Grad seiner Klassifierung wiederspiegelten. Oftmals, wie beispielsweise bei Lynch Bages und Pontet Canet, liegt die Qualität deutlich über dem Adelsrang.

Wenn in der neuen Welt jede neue Ernte zum Testimonial für die Marke wird, dürfte der Erzeuger so lange, wie er sich das leisten kann, den bestmöglichen Wein abfüllen. Denn der Wert der Marke sichert ihm gleichbleibende Nachfrage zu.

Wer heute z.B. Montrose, Haut Bailly, die Leovilles et al. kauft, kann sicher sein, das jeweils Bestmögliche in der Flasche zu haben. Im Gleichlauf der Ergebnisse und in der Prognostizierbarkeit der Qualitäten wird die Aufspreizung der Kritikerschar, wie man es seit dem Rückzug von Robert Parker beobachten kann, obsolet. Denn: haben Sie schon einmal versucht, einer Verkostungsnotiz von Jancis Robinson, Neal Martin, James Suckling oder auch von Quarin und Leve einen bestimmten Wein zuzuordnen? Ja, weiß man denn überhaupt, ob nur ein Fassmuster beschrieben wird oder Anhaltspunkte für das Erscheinungsbild des Weins in der Reife zu finden sind?

In diesem Sinn könnte der Jahrgang 2018, dem der kleine Makel anhaftet, durch Sprachermüdung und der großzügigen Zuweisung von Elativen und Superlativen in den Vorjahren, nicht hinreichend Distinktionsreserven auf sich ziehen zu können, den Weg weisen zu einer Renaissance des Stammelns in Pünktchen und Sternchen – denn etwas anderes sind die meisten Rezensionstexte ohnehin nicht.

Wüsste ich nicht um die Irrealität meiner Gedanken, würde ich meinen, die Bühne der großen Weine aus dem Jahrgang 2018 sollte ein Ereignisraum semantischer Parität mit der Brillanz der besten Weine sein. Wenn aber dem großen Wurf die Ausprägung verwehrt bleibt, dann ist der Inhalt des Markenversprechens Eins mit den 5 Sternchen, die man weiland für die gleiche Aussage bemüht hat.

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Chateau Montrose 2018

So, als läge im topographischen Befund „ganz weit oben“ im Medoc ansässig zu sein, die besondere Verpflichtung, in hierarchaler Analogie einen Wein zu präsentieren, der den Blick barrierefrei nach oben in die Stratosphäre hat – dorthin, wo die anderen ewigen Bordeauxlegenden aus den Zeiten, aus denen diese gerade noch nicht aus Saint Estephe kommen konnten, ihr Sein in akkumulierender Vergänglichkeit verbringen, steht der Montrose 2018 in einer ihm weithin nicht gewachsenen Welt.

Der Wein des Jahres: Chateau Montrose 2018 – Foto: Matthias Hilse

Als hätte es genau der Umstände bedurft, die andernorts die Grenzen des „dann doch zu viel“ sprengten, waren die Tanninbaumeister um den premierserfahrenen Herve Berland offensichtlich perfekt in der Lage, das Steuer der balancierenden Entsagung in einer Situation, in der die volle Orchestrierung in den klimatischen Begleitumständen unweigerlich Grenzüberschreitungen auch ins Glas bringen würde, à point durch die Wogen der Unwägbarkeit zu führen.

Der Montrose 2018 ist der Inbegriff eines nach allen Regeln der Symmetrie und Harmonie aufs Feinste ziselierten Monolithen, der weit in den Horizont hineinragt und in seiner in Amplituden gedachten Überragung bisherig wahrgenommene Perfektion in Frage stellen wird. Was schon in den Jahrgängen 2014 und 2016 angeklungen war, die Enthebung der Premier Crus aus der Verpflichtung, neben der besseren Marke auch noch den besseren Wein markieren zu müssen, wird in 2018 zu einem Defilee eines klassenüberragenden, in monumentaler Ausgewogenheit allen und allem entschwebenden Schwergewichts von stupender Kompexität und atemberaubendem Affizierungspotential.

Betrachtet man dabei die drei Protagonisten im Ringen um die Frage, wer der schönste Saint Estephe sei, so ist der Montrose der Souverän, der ob seiner unangestrengten Übersicht alles im Blick hat, während der Cos d’Estournel leicht kraftzehrende Anstrengungen unternehmen muss, sich ins rechte Licht zu rücken – und der Calon Segur der Versuchung, den Alkohol dabei zu seinem Komplizen zu machen, nicht ganz widerstehen konnte.

Montrose 2018: 100 MH-Punkte

Cos d’Estournel 2018: 96-98 MH-Punkte

Calon Segur 2018: 96-98 MH-Punkte

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Ad rem: Fassmusterbeschreibung

Sofern ich den Markt der Kritikereinschätzungen richtig überblicke, setzen sich die Beschreibungen von Fassmustern während der Primeur-Degustationen meist mit dem Bild auseinander, das der Wein im Moment der Ingaumennahme im Geiste des Verkosters entwirft. Dabei spielt jedoch gerade die Rezeption der ephemeren Erscheinungen eine überragende Rolle, also exakt derjenigen Primäreigenschaften, deren Transformation während der Reife des Weins in Sekundär- und Tertiäraromen die Frage erlauben sollte, ob denn dem Leser damit geholfen sei (bei der Entscheidung für oder wider einen Wein), zu wissen, wie das Fassmuster schmeckte.

Da ich der Meinung bin, ein deutungswerter Bordeaux verdiene eben mehr als die Aneinanderreihung von Fruchtnoten und die Ergötzung in der Frage, ob die Kaffeearomen eher peruanisch oder bolivianisch angehaucht sind – ja, da ich seinen Genuss eher mit dem eines Konzertabends oder dem Lesen eines weisheitbewährten Buches vergleiche, versuchen meine Beschreibungen, eine der Intensität und Komplexität der Wahrnehmung angemessene Sprache zu finden. Es geht dabei in keinem Moment darum, Ihnen ein Fassmuster so zu beschreiben, wie ich es wahrgenommen habe.

Was sollten Sie damit auch anfangen? Meine semantischen Auseinandersetzungen mit einem Wein, den es so, wie ich ihn verkoste, später garnicht zu kaufen geben wird, setzen im besten Fall bei Ihnen Assoziationen frei, deren archetypische Fixierung in meinen Sprachbildern ihre Bindungshoheit durch Ihre persönliche Einlassung verliert und in den Einflußbereich Ihrer eigenen Kreativität und Fantasie übergeht.

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Bordeaux Subskription 2018

Während es in der Geschichte der Bordeaux Subskription bisher üblich gewesen ist, die Zuspitzung der Qualität in hyperbolischen Elativen, die eine Nähe des Resultats zur göttlichen Perfektion suggerieren sollte, zu fassen, scheint es mir an der Zeit, die Sache quasi auf den Kopf zu stellen, und 2018 als den ersten Jahrgang einer neuen Ära, die generell dadurch gekennzeichnet ist, die Angleichung von Potenz und Verwirklichung im Akt des jeweiligen Terroirs zur Erscheinung zu bringen, auszurufen. Nur so kommt ja der Begriff des „Jahrhundertjahrgangs“ wieder aus Ermüdung und eben Tautologie heraus.

Variation vom Gleichen in Grün © Matthias Hilse

Am augenfälligsten kann man dies bei einigen der großen Terroirs erleben: Lafite 2018 ist der Inbegriff des Lafite-Seins; wir werden ihn anders erleben können, aber niemals mehr besser als in der Subskription 2018. Montrose beweist abermals, dass seine Weine in einer den anderen „Superseconds“ längst enteilten Liga spielen – und ist auf Augenhöhe nicht nur mit Lafite, sondern auch Latour.

Der Jahrgang 2018 ist ein Eldorado für alle, die Größe im Wein so erleben möchten, dass die Vernunft für Sättigung sorgt, nicht aber der „Blockbuster“ im Glas.

Auch wenn es sich weitgehend durchgesetzt hat, dass selbst in der Weinkritik die twitterhafte Schnelligkeit die intensive Befassung mit Semantik immer mehr verdrängt, seien am Ende meiner Verkostungstour Bordeaux 2018 nur kurz im Telegrammstil wesentliche Merkmale des Jahrgangs erwähnt.

2018 ist das Jahr der großen Terroirs und der Cabernets. Die Appellation, die überzeugend in aller Breite das Potential des Jahrgangs aufzeigt, ist Saint-Estephe. Die Biodynamie ist im Vormarsch, mit teils deutlichen Veränderungen in der aromatischen Struktur der Weine. Trotz hoher Tanninwerte sind die meisten Weine überaus genial extrahiert, so dass 2018 den vormaligen Extraktchampion 2010 an Eleganz deutlich übertreffen wird.

Nachfolgend liste ich die von mir während der letzten 7 Tage verkosteten Weine nach Appellation und Bewertung auf:

Wein Appellation AFG-Punkte
Pin Beausoleil Bordeaux Superieur 90-91
Vrai Canon Bouche Canon Fronsac 90-93
Gaby Canon Fronsac 90-91
Roc de Cambes Côtes de Bourg 95-97
Domaine de Cambes Côtes de Bourg 93-95
Domaine de L’A Côtes de Castillon 92-94
Domaine de L’Aurage Côtes de Castillon 92-94
Clos Puy Arnaud Côtes de Castillon 92-93
Aiguilhe Côtes de Castillon 90-91
Cap de Faugeres Côtes de Castillon 90-91
Fontenil Fronsac 91-93
Haut Carles Fronsac 91-93
Moulin Haut Laroque Fronsac 91-93
Veille Cure Fronsac 91-92
Dalem Fronsac 90-92
Carlmagnus Fronsac 90-91
Trois Croix Fronsac 90-91
Villars Fronsac 90-91
Dauphine Fronsac 89-91
Cantemerle Haut-Médoc 92-94
Sociando Mallet Haut-Médoc 92-94
Camensac Haut-Médoc 92-93
Charmail Haut-Médoc 92-93
Tour Carnet Haut-Médoc 91-93
Belgrave Haut-Médoc 91-92
Lanessan Haut-Médoc 91-92
Senejac Haut-Médoc 91-92
Citran Haut-Médoc 90-92
Belle Vue Haut-Médoc 90-91
Bernadotte Haut-Médoc 90-91
Malescasse Haut-Médoc 90-91
Malleret Haut-Médoc 90-91
Mille Roses Haut-Médoc 90-91
Paloumey Haut-Médoc 90-91
Cambon la Pelouse Haut-Médoc 89-91
Agassac Haut-Médoc 89-90
Aurilhac Haut-Médoc 89-90
Cruzelles Lalande-de-Pomerol 92-93
Fleur de Bouard Lalande-de-Pomerol 91-93
Siaurac Lalande-de-Pomerol 90-91
Palmer Margaux 99-100
Margaux Margaux 97-99
Brane Cantenac Margaux 96-98
Rauzan Segla Margaux 96-98
Cantenac Brown Margaux 95-97
Kirwan Margaux 95-97
Malescot Saint Exupery Margaux 95-97
Giscours Margaux 94-96
Issan Margaux 94-96
Lascombes Margaux 94-95
Tertre Margaux 94-95
Durfort Vivens Margaux 93-95
Ferriere Margaux 93-95
Marquis d’Alesme Margaux 93-95
Pavillon Rouge Margaux 93-95
Dauzac Margaux 93-94
Labegorce Margaux 93-94
Rauzan Gassies Margaux 92-95
Marquis de Terme Margaux 92-94
Prieure Lichine Margaux 92-94
Boyd Cantenac Margaux 92-93
Desmirail Margaux 92-93
Monbrison Margaux 92-93
Siran Margaux 92-93
Clos Manou Médoc 92-93
Potensac Médoc 91-93
Goulee Médoc 90-91
Vieux Chateau Palon Montagne Saint-Emilion 90-92
Poujeaux Moulis 92-93
Branas Grand Poujeaux Moulis 91-93
Chasse Spleen Moulis 90-93
Maucaillou Moulis 90-92
Lafite Pauillac 100
Latour Pauillac 100
Pichon Comtesse Pauillac 97-99
Pontet Canet Pauillac 97-99
Lynch Bages Pauillac 97-98
Mouton Pauillac 97-98
Forts de Latour Pauillac 96-97
Batailley Pauillac 95-97
Grand Puy Lacoste Pauillac 95-97
Pichon Baron Pauillac 95-97
Duhart Milon Pauillac 94-97
Clerc Milon Pauillac 94-95
Haut Bages Liberal Pauillac 93-94
Lynch Moussas Pauillac 93-94
Armailhac Pauillac 92-94
Carruades Pauillac 92-94
Pedesclaux Pauillac 92-94
Bellegrave Pauillac 92-93
Grand Puy Ducasse Pauillac 92-93
Reserve de la Comtesse Pauillac 92-93
Croizet Bages Pauillac 91-93
Fonbadet Pauillac 91-93
Petit Mouton Pauillac 91-93
Fleur Peyrabon Pauillac 91-92
Carmes Haut Brion Pessac-Léognan 95-98
Haut Bailly Pessac-Léognan 96-97+
Pape-Clement Pessac-Léognan 96-97
Domaine de Chevalier Pessac-Léognan 95-97
Haut Brion Pessac-Léognan 95-97
Smith Haut Lafitte Pessac-Léognan 95-97
Mission Haut Brion Pessac-Léognan 94-97
Seguin Pessac-Léognan 93-94
Malartic Lagraviere Pessac-Léognan 92-94
Fieuzal Pessac-Léognan 92-93
Pape Pessac-Léognan 92-93
Parde de Haut Bailly Pessac-Léognan 92-93
Clarence de Haut Brion Pessac-Léognan 91-93
Carbonnieux Pessac-Léognan 91-93
Chapelle de la Mission Pessac-Léognan 91-93
Latour Martillac Pessac-Léognan 91-93
Clos Marsalette Pessac-Léognan 91-92
Haut Bergey Pessac-Léognan 90-93
Lafleur Pomerol 100
Trotanoy Pomerol 98-99
Vieux Chateau Certan Pomerol 97-98
Violette Pomerol 97-98
Conseillante Pomerol 96-98+
Clinet Pomerol 96-98
Evangile Pomerol 96-98
Fleur Petrus Pomerol 96-98
Enclos Tourmaline Pomerol 96-97
Pensees de Lafleur Pomerol 95-97
Certan de May Pomerol 95-97
Eglise Clinet Pomerol 95-97
Feytit Clinet Pomerol 95-97
Hosanna Pomerol 95-97
Fleur de Gay Pomerol 94-97
Gay Pomerol 94-96+
Clos du Clocher Pomerol 94-96
Clos l’Eglise Pomerol 94-96
Gazin Pomerol 94-96
Latour a Pomerol Pomerol 94-96
Nenin Pomerol 94-96
Bon Pasteur Pomerol 94-95
Domaine de l’Eglise Pomerol 93-95
Petite Eglise Pomerol 93-94
Rouget Pomerol 93-94
Maillet Pomerol 92-95
Bourgneuf Pomerol 92-94
Croix Saint Georges Pomerol 92-94
Montviel Pomerol 92-94
Petit Village Pomerol 92-94
Beauregard Pomerol 92-93
Croix de Gay Pomerol 92-93
Croix du Casse Pomerol 92-93
Pointe Pomerol 92-93
Grave Pomerol 91-94
Lagrange Pomerol 91-92
Manoir de Gay Pomerol 91-92
Lafleur Gazin Pomerol 90-92
Plince Pomerol 90-92
Mauriane Puisseguin Saint-Emilion 90-91
Ausone Saint Emilion 100
Cheval Blanc Saint Emilion 100
Figeac Saint Emilion 99-100
Tertre Roteboeuf Saint Emilion 99-100
Clos Fourtet Saint Emilion 98-100
Beausejour Duffau Lagarosse Saint Emilion 97-100
Belair-Monange Saint Emilion 97-99
Trotte Vieille Saint Emilion 97-99
Gaffeliere Saint Emilion 97-98
Larcis Ducasse Saint Emilion 96-99
Pavie Saint Emilion 96-99
Angelus Saint Emilion 96-98
Beausejour Becot Saint Emilion 96-98
Canon Saint Emilion 96-98
Mondotte Saint Emilion 96-98
Pavie-Macquin Saint Emilion 96-98
Peby Faugeres Saint Emilion 96-98
Troplong Mondot Saint Emilion 96-98
Gracia Saint Emilion 95-98
Canon de Gaffeliere Saint Emilion 95-97
Croix de Labrie Saint Emilion 95-97
Chapelle d’Ausone Saint Emilion 94-97
Lassegue Saint Emilion 94-96
Tour Figeac Saint Emilion 94-96
Fonplegade Saint Emilion 93-96
Dominique Saint Emilion 93-95
Fleur Cardinale Saint Emilion 93-95
Fleur Morange Saint Emilion 93-95
Grand Mayne Saint Emilion 93-95
Quinault L’Enclos Saint Emilion 93-95
Tour St. Christophe Saint Emilion 93-95
Bellefont-Belcier Saint Emilion 93-94
Berliquet Saint Emilion 93-94
Clos la Madeleine Saint Emilion 93-94
Destieux Saint Emilion 93-94
Pressac Saint Emilion 93-94
Clotte Saint Emilion 92-95
Barde Haut Saint Emilion 92-94
Confession Saint Emilion 92-94
Fonroque Saint Emilion 92-94
Bellevue Saint Emilion 92-93
Clos de l’Oratoire Saint Emilion 92-93
Faugeres Saint Emilion 92-93
Moulin Saint Georges Saint Emilion 92-93
Serre Saint Emilion 92-93
Croix Cardinale Saint Emilion 91-93
Pierre 1er (vormals Croix Figeac) Saint Emilion 91-93
Godeau Saint Emilion 91-93
Grand Corbin Manuel Saint Emilion 91-93
Monbousquet Saint Emilion 91-93
Rol Valentin Saint Emilion 91-93
Cantenac Saint Emilion 91-92
Fleur Morange Mathilde Saint Emilion 91-92
Fonbel Saint Emilion 90-92
Haut Brisson Saint Emilion 90-92
Brun Saint Emilion 90-91
Pierre 1er Saint Emilion 90-90
Montrose Saint-Estèphe 100
Calon Segur Saint-Estèphe 96-98
Cos d’Estournel Saint-Estèphe 96-98
Dame de Montrose Saint-Estèphe 95-97
Lafon Rochet Saint-Estèphe 93-95
Meyney Saint-Estèphe 93-95
Tronquoy Lalande Saint-Estèphe 93-95
Crock Saint-Estèphe 92-94
Ormes de Pez Saint-Estèphe 92-94
Pagodes de Cos Saint-Estèphe 92-94
Phelan Segur Saint-Estèphe 92-94
Capbern Saint-Estèphe 92-93
Cos Labory Saint-Estèphe 92-93
Lilian Ladoys Saint-Estèphe 92-93
Pez Saint-Estèphe 92-93
Serilhan Saint-Estèphe 92-93
Tour des Termes Saint-Estèphe 92-93
Haut Marbuzet Saint-Estèphe 91-93
Marquis de Calon Saint-Estèphe 91-93
Boscq Saint-Estèphe 91-92
Domeyne Saint-Estèphe 91-92
Petit Bocq Saint-Estèphe 90-92
Leoville las Cases Saint-Julien 99-100
Ducru Beaucaillou Saint-Julien 96-99
Beychevelle Saint-Julien 96-98
Gruaud-Larose Saint-Julien 96-98
Leoville Barton Saint-Julien 96-98+
Leoville Poyferre Saint-Julien 96-98
Saint Pierre Saint-Julien 96-97
Talbot Saint-Julien 95-97
Branaire Ducru Saint-Julien 94-96
Langoa Barton Saint-Julien 94-9
Gloria Saint-Julien 93-95
Lagrange Saint-Julien 93-95
Croix de Ducru Beaucaillou Saint-Julien 93-94
Petit Lion Saint-Julien 93-94
Clos du Marquis Saint-Julien 92-94
Moulin Riche Saint-Julien 92-94
Lalande Borie Saint-Julien 91-92
Glana Saint-Julien 90-92
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Ein Wein für Äsop

Ob man einem Wein eine eigene Aura zugestehen will, hängt sicherlich von seiner topographischen Ansiedlung in den unergründlichen Weiten der Qualitätszuspitzung zusammen. Hier dürfte es unser Wein eher schwer haben, denn wir reden gerade nicht von einem Weltklassewein. Gleichwohl hat der Haura 2014, der im hauchlosen Originalidiom so ausgesprochen wird, als würde er „Aura“ heißen, mir die Sprache verschlagen. „Gut“!, werden Sie vielleicht denken, „dann müssen wir wenigstens nicht wieder so verschwurbeltes Zeugs darüber lesen“.

Nun liegt es mir fern, so verschlagen zu sein, diejenigen zu enttäuschen, die gerne wüssten, wie denn die Annäherung an einen Wein, der im Verschlag der sprachlosen Perplexion seiner Beschreibung harrt, aussähe.

Der Haura 2014 ist die perfekte Wiedergeburt des weiland herausragenden Jahrgangs 2009, der en passent das gerne bemühte Zitat vom „kleinen Wein in großen Jahren“ ideal verkörperte.
Da gerade bei uns in Deutschland viel über Motoren geredet wird, bin ich versucht, den Haura 2014 als einen Golf mit V8 zu bezeichnen. Nicht in der Art, um damit besonders erfolgreich dem Zeitvertreib des „Posings“ nachzugehen, sondern um die großvolumige Gelassenheit im eigentlich zu kleinen Chassis zu symbolisieren.

Denn der Haura, der von Hause aus ein Graves und das Einstiegsmodell in das Terroirverständnis von Denis Dubourdieu (✝2016) ist, zieht mit der Nonchalance eines Überfliegers einsam seine Schlürfrunden im ob der tiefgründigen Beharrlichkeit perplexen Gaumen des Verkosters und zeigt dabei eine Haltung, die um sein Wissen um seine Verortung in der irgendwie falschen Klasse schließen lässt.

Den inneren „aahh’s“ und „Boah’s“, die den Flirt mit Größe wagen möchten, raunt er seine Verpflichtung dem Moment gegenüber zu. Denn nicht das Erzählen von großen zukünftigen Taten ist seine Sache, sondern sein beinahe perfekter Sprung im Hier:

hic salta!

Matthias Hilse 91 Punkte
Genussindex: 19/20

2014 Ch. Haura

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Der Protopauillac zu Besuch bei AUX FINS GOURMETS

Am Freitag, dem 23.November 2018, hatte ich die große Ehre, einem sehr interessierten Publikum Justine Tesseron als Moderatorin unseres Pontet-Canet-Diners im METAMORPHEUM vorstellen zu dürfen. Justine kam in Begleitung von Antoine Cathelineau, der als Exportdirektor für einen Negociant in Bordeaux arbeitet – und verantwortlich dafür war, dass dieser außergewöhnliche Abend zustande kommen konnte.

Heutzutage hat es sich in der Weinwelt herumgesprochen, dass auf Chateau Pontet-Canet in den letzten 25 Jahren ganz verrückte Dinge passiert sind, aber vor noch nicht einmal 10 Jahren wurde ich noch von vermeintlichen Größen der Szene dafür belächelt, Pontet Canet als sechsten Premier Cru in Bordeaux anzusehen.

Während der Veränderungswille kompromißlose Tatkraft auf der Seite eines Produzenten bedingt, ist die Wahrnehmung eines Wandels auf der Konsumentenseite oft eine Sache enthemmter Retardierung.

Die Verantwortlichen auf Chateau Pontet Canet, Alfred und Gerard Tesseron (gestorben 2008) sowie Jean-Michel Comme (seit 1989 dort beschäftigt) hatten sich nichts anderes vorgenommen, als die Sphäre des vermeintlich Unmöglichen um ein „not possible“ zu bereinigen. Im Grunde ist deren vorausschauende Strategie darauf ausgelegt, mit dem Wissen und den Möglichenkeiten der Gegenwart Weine wie vor 150 Jahren zu bereiten. Dass es dazu nicht nur einer konsequent biodynamischen Arbeitsweise bedürfe, sondern darüber hinaus auch noch ein Bann die Bodenverdichter vom Hof würde verdrängen müssen, war allen Beteiligten klar.

War der Argwohn mit Beginn der Konversionsphase in 2005 bereits groß bei denen, die zu beurteilen sich berufen fühlten, dass man ein Weingut mit über 80ha an Rebbestand nicht „unkonventionell“ bearbeiten könne, so war die Häme fast grenzenlos, als mit dem Jahrgang 2007, der eigentich die Zertifizierung hätte bringen sollen, ein Rückfall in die Welt der Pesti- und Herbizide zur Rettung der Ernte vorgezogen wurde.

Alfred Tesseron und seine Mannen focht das nicht an, und so begannen sie einen zweiten Anlauf zur Erlangung der Zertifizierung. Alles, was von 2008 an passiert ist, ist legendär in dem Sinne, dass aus dem belächelten und mit Invektiven bedachten Projekt „A 1855 Grand-Cru-Classé goes biodynamic“ die Blaupause wurde, an der sich der Weinbau in Bordeaux orientieren wird. Dass es dabei wahrscheinlich auch um eine Neudefinition des Begriffs „klassischer Bordeaux“ gehen wird, ist in dem Maße zu vermuten, wie die Ernten des Protopauillac das Verhältnis zwischen Fruchtreife und Extraktion verschieben und so ein neues Gleichgewicht zwischen Frucht- und Bodenattribution am Wein definieren.

Ich hatte mit großem Nachdruck meinen Wunsch formuliert, die Probe mit einem Fassmuster des Jahrgang 2017 beginnen zu lassen, und glücklicherweise wurde meinem Ansinnen Rechnung getragen, so dass wir einen wunderschönen Spannungsbogen zwischen 2017 (sehr zu Unrecht von den meisten mit Mißachtung bestraft) und dem ganz grandiosen 2016er zum Finale schlagen konnten.

Zwischendrin gab es die Jahrgänge 1994, 1998, 2006, 2008, 2009, 2010, 2011, 2012 und 2014. Wer nun meint, die jeweils mit 100 Parkerpunkten bedachten Ernten 2009 und 2010 seien der Höhepunkt des Abends gewesen, der irrt im Unwissen um das Ineinswerden von Potenz und Akt im Jahrgang 2016. Während 2009 das Modell perfekter Opulenz ist und 2010 das der perfekten Struktur, kulminiert in 2016 die perfekte Vereinigung der beiden.

Im Prinzip verpasst man immer etwas, wenn man Pontet-Canet nicht trinkt, aber am ehesten zu verschmerzen ist es noch mit den Jahrgängen vor 2000.

Das Fazit dieses denkwürdigen Abends lautet in eindeutiger Alternativlosigkeit: wer noch keinen Pontet-Canet im Keller hat, dem fehlt die Quintessenz der Alma Mater Bordeaux!

Für den Kritiker Matthias Hilse gab es einen besonders schönen Moment im Laufe der Verkostung des Jahrgangs 2016, als Justine Tesseron erläuterte, dass ihr Vater diese Ernte als die beste seines Lebens bezeichne. Lesen Sie meine Verkostungsnotiz zum Fassmuster dazu, und Sie verstehen, wie das gemeint ist.

Sofern Sie diese Veranstaltung neugierig macht, freue ich mich, Sie zunächst als Kunden von AUX FINS GOURMETS kennenlernen zu dürfen.

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Bordeaux Subskription 2017

oder

Fallstudie von der Transformation eines Kritikermarktes in einen solchen der Testimonials

Die Bordeaux Subskription durchläuft von den Grundbedingungen ihres Seins her betrachtet eine substantielle Veränderung, die man in wenigen Worten als „Adieu Vorfinanzierung Hallo Anbietermarkt“ bezeichnen kann. Einschränkend muss man hinzufügen, dass dies globale Gültigkeit beansprucht und sich nur auf die Weine bezieht, die überhaupt noch ernsthaft in Subskription gehandelt werden.

Über lange Jahre war die Subskription finanzmathematisch eingebettet in eine Zinskurvenlandschaft, bei der der Kreditor eines Zinses sicher sein konnte und er keine Sanktionierung seiner „Habenfunktion“ befürchtetn musste. In einem Umfeld, in dem die Identität zwischen Zinskurven und ihren Ableitungen, den Forwards, nicht gedacht wurde, war das Wesen der Subskription auch bestimmt von Gedanken über Opportunitäten.

In Zeiten, in denen Zinskurven, als topographisches Profil gedacht, schon wissen lassen, wer übermorgen zu Besuch kommt, entschwindet der Zeitpunkt als Bestimmungsgröße zur Erheischung von Opportunität in die Indifferenz.

Ob sich die Veränderungen in der grundsätzlichen Ausgangslage der Subskriptions-Marktteilnehmer (Erzeuger/Negociant/Händler/Kunde) auch zum Teil daraus erklären lassen, dass der Zins heutzutage eines Vorzeichens bedarf, oder eher aus den markant in Bewegung geratenen Eigentümerstrukturen, sei dahingestellt.

Im Grunde ist das Subskriptionsgeschäft in den letzten 35 Jahren auch dadurch geprägt worden, dass immer neue Märkte für die Weine von der Gironde erschlossen werden konnten – und gerade bei überdurchschnittlichen Jahrgängen ex-post-Subskription dadurch ein Nachfragesog die Preise nach oben zog, so dass es fast schon ein „no-brainer“ war, bestimmte Weine en primeur zu erwerben und bei der Arrivage gewinnbringend zu verkaufen.

Man darf vermuten, dass unmittelbarer Liquiditätsbedarf bei den Erzeugern (in der Abwägung alternativer Kosten durch Bankenfinanzierung zu damals üblichen Zinsen) zur Tolerierung eines ausgeprägten Arbitragemarktes führte.

Heute bestimmt nicht mehr der Markt das Angebot, sondern die Erzeuger. Während es früher üblich war, so viel Wein wie möglich zu produzieren, dürfte besonders der Blick nach Burgund, wo die Knappheit des Gutes „Burgunder“ eine beispiellose Hausse der Preise selbst bei Weinen erfahren hat, von denen man eigentlich annehmen müsste, ihre ausserordentlich punktuelle Existenz verhindere per se die Genese eines Marktgeschehens, mit dazu beigetragen haben, die Marke durch Mengenentzug zu stärken.

Der Siegeszug der Subskription im Bewusstsein des ambitionierten Bordeauxsammlers hat auch mit der Urteilssicherheit und der im Rahmen der eigenen Verkostungen verifizierbaren Tauglichkeit der Verkostungsergebnisse von Robert Parker (im deutschen Sprachraum auch abgeschwächt Rene Gabriel) zu tun.

Mit der Souveränität des Doyens und der Unerschütterlichkeit des Standfesten ließ Parker alle auf sich warten, und erst wenn seine Benotungen veröffentlicht waren, kam das Marktgeschehen in Gang.

Heute überschlagen sich die Verkoster um die „early birds“ Suckling und Quarin mit der Veröffentlichung von Jahrgangsberichten und Verkostungslisten – ohne dass es einen Markt gäbe, der darauf wartete. Nun reden so viele durcheinander, man muss sich als interessierter Laie mit so vielen Meinungen auseinandersetzen, dass mit jedem neuen Kritiker das Maß an Unsicherheit zunimmt. Im Grunde ist es eine Frage der für den jeweiligen Subskriptionsinteressierten zur Verfügung stehenden Zeit – und damit quasi indifferent, ob man alle Einzelkommentare von Neal Martin, Bettane&Desseauve, Jane Anson, James Molesworth, Tim Atkin, Lisa Perrotti-Brown, Antonio Galloni, James Suckling, Jean-Marc Quarin, Jeff Leve, Yves Beck, Andre Kunz, Jeb Dunnuck et al. einzeln studiert, oder einfach den „global wine score“ als Entscheidungshilfe zu Rate zieht.

Dieses Weichspülen von pointierungsfähigen singulären Wahrnehmungen zu einem Konsensvehikel bedeutet nach meiner Einschätzung das vorläufige Ende von marktbestimmender Einzelkritik und läutet eine Zeit ein, in der der zu beurteilende Gegenstand selbst als Testimonial die Nachfrage bestimmt.

Nicht umsonst hat gerade Sebastien Bras seine drei Michelinsterne zurückgegeben, ohne die sein Vater Michel sicherlich nicht in die Lage gekommen wäre, sie überhaupt für entbehrungsfähig zu halten.

Braucht es einen Musikkritiker für das Wissen um die Virtuosität von Martha Argerich? Nein, man muss sie nur einmal gehört haben. Man wird sie dann gerne wieder hören wollen, wenn man klassiche Musik im Allgemeinen mag und ein klein wenig vom Zuhören versteht.

Braucht es einen Kritiker, um herauszufinden, dass Chateau Latour einen ausserordentlichen Pauillac erzeugt?

Das letzte Tüpfelchen auf dem „i“ der „Testimonialisierung“ ist die erweiterte Selektion bei den großen Terroirs in Bordeaux. Wenn es neben dem Montrose und der Dame de Montrose noch den Saint Estephe de Montrose und damit eine vierte (namenlose) Auswahl gibt, dann darf man in qualitativer Hinsicht das Schwinden von Jahrgangsunterschieden annehmen. Gab es früher von einem großen Jahrgang Montrose viel Wein, dann gab es von einem weniger spektakulären möglicherweise genausoviel. Heute wird die Selektion so auf die Spitze getrieben, dass das, was als „Montrose“ in die Flasche gelangt, die Garantie in sich trägt, dass nur das, was eines Montrose würdig ist, auch als solcher verkauft wird. Es ist im Zweifel dann nur noch ein Bruchteil der Menge, die dort früher üblich war –  und ganz nebenbei: in ertragsschwachen Jahren entsprechend noch weniger.

A_Subs17DSC_2610Fortan: bei den Testimonials auf der Hut sein – Foto © Matthias Hilse

Braucht es dazu noch einen Kritiker, der das Leistungsversprechen des Erzeugers verstärkt? Es wäre da wieder Platz für einen, der selbst eine solche Marke ist, dass er die Marke „Montrose“ in Resonanz schwingen könnte. Ein Rudel ist dafür aber unbrauchbar.

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Bordeaux Subskription 2017

Der Bordeaux Jahrgang 2017 überragt in der Spitze seiner beeindruckenden Erscheinung das Maß an Qualität, was ihm aufgrund seiner Eigenschaft als „7-er“ per se zugestanden wird, um Längen. Gleichwohl wird er nur dann angemessen aus dem Schatten seiner großen Vorgänger 2015 und 2016 heraustreten können, wenn die Preise für den Subskriptionskäufer die Phantasie gebären, opportun im Sinne einer markantilen Opportunität zu handeln.

Wenn man das im publizistischen Vorlauf zu den Primeurverkostungen besonders akzentuierte Thema Frost auf den nüchternen Tatbestand einer im Schnitt um ein Drittel geschrumpften Erntemenge reduziert, wird jedoch die Sportlichkeit der Annahme, eine Preisreduzierung sei den Erzeugern doch leicht zuzumuten, deutlich.

Während der Proben haben es die meisten Weingüter vermieden, den Jahrgang 2017 als „klassisch“ einzustufen, und es vorgezogen, von einem „academic vintage“ zu sprechen.

Bevor eine spätere Analyse sich etwas intensiver mit dem Witterungsverlauf und den Adversitäten, mit denen die Winzer zu kämpfen hatten, beschäftigen wird, soll für den Anfang die reine Auflistung meiner Bewertungen Ihnen einen Eindruck vermitteln, wie es in den einzelnen Appellationen „ausging“. Anders als in den letzten Jahren möchte ich den Subskriptionsindex, der die Sinnhaftigkeit einer Subskription numerisch dingfest macht, erst nach Bekanntgabe der Preise hinzufügen. Eine Ausnahme bilden die Weine, bei denen ich auch ohne Ansehung eines konkreten Preisgefüges von einem „must subscribe“ ausgehe:

CHB17

Wein MH Appellation SUBS-Index
Pavillon Blanc 96-98 Bordeaux 20
Croix Mouton 88-90 Bordeaux Superieur
Gaby 90-92+ Canon Fronsac
Vrai Canon Bouche 90-92 Canon Fronsac
Roc de Cambes 94-95 Cotes de Bourg 20
Domaine de Cambes 92-94 Cotes de Bourg
Epicurea de Martinat 91-92 Cotes de Bourg
Fougas Maldoror 90-91 Cotes de Bourg
Clos Louie 93-94 Cotes de Castillon 20
Clos Puy Arnaud 92-93 Cotes de Castillon
Domaine de l’Aurage 92-93 Cotes de Castillon
Clos Les Lunelles 91-93 Cotes de Castillon
Montlandrie 90-92 Cotes de Castillon
Cap de Faugeres 89-90 Cotes de Castillon
Haut Carles 91-93 Fronsac
La Vieille Cure 91-93 Fronsac
Moulin Haut Laroque 91-93 Fronsac
Dalem 90-93 Fronsac
Villars 90-92 Fronsac
Trois Croix 89-91 Fronsac
Dauphine 88-90 Fronsac
Rousselle 88-90 Fronsac
Lagune 92-93+ Haut Medoc
Cantemerle 92-93 Haut Medoc
Citran 91-92+ Haut Medoc
Belgrave 91-92 Haut Medoc
Charmail 91-92 Haut Medoc
Paloumey 91-92 Haut Medoc
Tour Carnet 91-92 Haut Medoc
Lamarque 90-93 Haut Medoc
Belle Vue 90-92 Haut Medoc
Cambon La Pelouse 90-92 Haut Medoc
Lanessan 90-92 Haut Medoc
Malescasse 90-92 Haut Medoc
Mille Roses 90-92 Haut Medoc
Haut Madrac 89-90 Haut Medoc
Cruzelles 90-92 Lalande de Pomerol
Chenade 89-91 Lalande de Pomerol
Margaux 97-98 Margaux 20
Palmer 97-98 Margaux 20
Rauzan Segla 95-97 Margaux
Brane Cantenac 95-96 Margaux
Issan 93-96 Margaux
Kirwan 93-95 Margaux
Alter Ego 93-94 Margaux 20
Malescot St. Exupery 93-94 Margaux
Cantenac Brown 92-94 Margaux
Ferriere 92-94 Margaux
Lascombes 92-94 Margaux
Marquis d’Alesme 92-94 Margaux
Pavillon Rouge 92-94 Margaux
Boyd Cantenac 92-93 Margaux
Durfort Vivens 92-93 Margaux
Labegorce 92-93 Margaux
du Tertre 91-93 Margaux
Pouget 91-93 Margaux
Dauzac 91-92 Margaux
Giscours 90-93 Margaux
Monbrison 90-93 Margaux
Marquis de Terme 90-92 Margaux
Clos Manou 91-92 Medoc
Goulee 89-90 Medoc
Potensac 88-90 Medoc
Chapelle de Potensac 85-97 Medoc
Vieux Chateau Palon 89-91 Montagne Saint Emilion
Poujeaux 91-93 Moulis
Maucaillou 90-92 Moulis
Lafite Rothschild 96-98 Pauillac
Pontet Canet 96-98 Pauillac 20
Mouton Rothschild 95-97 Pauillac
Pichon Comtesse 95-96+ Pauillac
Lynch Bages 94-95 Pauillac
Pichon Baron 93-95 Pauillac
Batailley 93-94 Pauillac
Carruades de Lafite 93-94 Pauillac
Clerc Milon 93-94 Pauillac
Duhart Milon 92-94 Pauillac
Grand Puy Lacaste 92-94 Pauillac
Petit Mouton 92-94 Pauillac
Haut Batailley 92-93 Pauillac
Pedesclaux 92-93 Pauillac
Armailhac 91-93 Pauillac
Haut Bages Liberal 91-93 Pauillac
Lynch Moussas 91-93 Pauillac
Bellegrave 91-92 Pauillac
Grand Puy Ducasse 91-92 Pauillac
Haut Bages Monpelou 91-92 Pauillac
Lions de Batailley 90-92 Pauillac
Reserve de la Comtesse 90-92 Pauillac
Carmes Haut Brion 95-98 Pessac Leognan 20
Haut Bailly 95-97 Pessac Leognan
Pape Clement 95-97 Pessac Leognan
Domaine de Chevalier 94-97 Pessac Leognan
Malartic Lagraviere 94-95+ Pessac Leognan
Smith Haut Lafitte 94-95 Pessac Leognan
Carbonnieux 91-93 Pessac Leognan
Larrivet Haut Brion 91-93 Pessac Leognan
C de Carmes Haut Brion 90-93 Pessac Leognan
Luchey Halde 90-93 Pessac Leognan
Olivier 90-93 Pessac Leognan
Parde de Haut Bailly 90-93 Pessac Leognan
Latour Martillac 90-92 Pessac Leognan
Le Pape 90-91 Pessac Leognan
Lafleur 97-98 Pomerol
Lafleur Petrus 96-98 Pomerol
Trotanoy 96-98 Pomerol
Vieux Chateau Certan 96-98 Pomerol
Evangile 95-97 Pomerol
La Conseillante 95-97 Pomerol
La Violette 95-97 Pomerol 20
Certan de May 94-96 Pomerol
Eglise Clinet 94-96 Pomerol
Gazin 94-96 Pomerol
Hosanna 94-96 Pomerol
Nenin 94-96 Pomerol
Clinet 93-95 Pomerol
Latour a Pomerol 93-95 Pomerol
Le Gay 93-95 Pomerol
Fleur de Gay 92-95 Pomerol
Bourgneuf 92-94 Pomerol
Clos L’Eglise 92-94 Pomerol
Feytit Clinet 92-94 Pomerol
Maillet 92-94 Pomerol
Rouget 92-94 Pomerol
Saint Pierre Pomerol 92-94 Pomerol
Vrai Croix de Gay 92-94 Pomerol
Beauregard 92-93 Pomerol
La Grave 92-93 Pomerol
Pensees de Lafleur 92-93 Pomerol 20
Petite Eglise 92-93 Pomerol
Bon Pasteur 91-94 Pomerol
Clos du Clocher 91-93 Pomerol
Croix du Casse 91-93 Pomerol
Croix St. Georges 91-93 Pomerol
Vieux Maillet 91-93 Pomerol
Hospitalet de Gazin 91-92+ Pomerol
Plince 91-92 Pomerol
Domaine de l’Eglise 90-93 Pomerol
Lafleur Gazin 90-92 Pomerol
Mazeyres 89-91 Pomerol
La Mauriane 91-93 Puissegeuin St. Emilion
Ausone 98-99 Saint Emilion 20
Cheval Blanc 97-98 Saint Emilion
Angelus 96-98 Saint Emilion
Beausejour Duffau 96-98 Saint Emilion 20
Belair Monange 96-98 Saint Emilion 20
Canon 96-98 Saint Emilion 20
Figeac 96-98 Saint Emilion 20
Pavie 96-98 Saint Emilion
Tertre Roteboeuf 96-98 Saint Emilion 20
Clos Fourtet 95-97+ Saint Emilion
Troplong Mondotte 95-97 Saint Emilion
Chapelle d’Ausone 95-96 Saint Emilion 20
Bellevue Mondotte 94-96+ Saint Emilion
Clos Saint Martin 94-96 Saint Emilion
Gracia 94-96 Saint Emilion
Pavie Decesse 94-96 Saint Emilion
Trotte Vieille 94-96 Saint Emilion
Valandraud 94-96 Saint Emilion
Fleur Morange 93-95 Saint Emilion
Larcis Ducasse 93-95 Saint Emilion
Mondotte 93-95 Saint Emilion
Clos St. Julien 93-94 Saint Emilion
Lafon La Tuilerie 93-94 Saint Emilion
Pavie Macquin 93-94 Saint Emilion
Peby Faugeres 92-95 Saint Emilion
Petit Cheval 92-94+ Saint Emilion
Aromes de Pavie 92-94 Saint Emilion
Clos de Sarpe 92-94 Saint Emilion
Clos Dubreuil 92-94 Saint Emilion
Gaffeliere 92-94 Saint Emilion
Grand Mayne 92-94 Saint Emilion
Pressac 92-94 Saint Emilion
Quinault L’Enclos 92-94 Saint Emilion
Tour Saint Christophe 92-94 Saint Emilion
La Voute 92-94 Saint Emilion
Clos La Madeleine 92-93 Saint Emilion
Croix de Labrie 92-93 Saint Emilion
Fonroque 92-93 Saint Emilion
St. Georges Cote Pavie 92-93 Saint Emilion
Bellefont Belcier 91-94 Saint Emilion
Bellevue 91-93 Saint Emilion
Berliquet 91-93 Saint Emilion
Cantenac 91-93 Saint Emilion
Carillon d’Angelus 91-93 Saint Emilion
Destieux 91-93 Saint Emilion
Faugeres 91-93 Saint Emilion
Godeau 91-93 Saint Emilion
La Clotte 91-93 Saint Emilion
Monbousquet 91-93 Saint Emilion
Pierre 1er 91-93 Saint Emilion
Villemaurine 91-93 Saint Emilion
Haut Brisson 91-92 Saint Emilion
La Serre 90-93 Saint Emilion
Moulin Saint Georges 90-92 Saint Emilion
Saintayme 90-92 Saint Emilion
Montrose 96-99 Saint Estephe
Calon Segur 93-96 Saint Estephe 20
Cos d’Estournel 93-95 Saint Estephe
Dame de Montrose 92-95 Saint Estephe
Tronquoy Lalande 92-94 Saint Estephe
Meyney 92-93+ Saint Estephe
Phelan Segur 92-93+ Saint Estephe
Lafon Rochet 92-93 Saint Estephe
Pagodes de Cos 92-93 Saint Estephe
Haut Marbuzet 91-93 Saint Estephe
Lilian Ladouys 91-93 Saint Estephe
Marquis de Calon 91-93 Saint Estephe
Capbern 91-92+ Saint Estephe
Beau Site 90-92 Saint Estephe
Petit Bocq 90-92 Saint Estephe
Serilhan 90-92 Saint Estephe
Leoville las Cases 95-97 Saint Julien
Beychevelle 94-97 Saint Julien
Ducru Beaucaillou 94-96 Saint Julien
Gruaud Larose 94-96 Saint Julien
Leoville Barton 94-96 Saint Julien
Leoville Poyferre 94-95 Saint Julien
Talbot 93-95 Saint Julien
Branaire Ducru 92-94 Saint Julien
Lagrange 92-94 Saint Julien
Clos du Marquis 92-93+ Saint Julien
Saint Pierre 92-93 Saint Julien
Croix de Ducru Beaucaillou 91-93 Saint Julien
Gloria 91-93 Saint Julien
Langoa Barton 91-93 Saint Julien
Petit Lion 91-93 Saint Julien
Glana 91-92 Saint Julien
Lalande Borie 90-92 Saint Julien
Petite Marquise 90-92 Saint Julien
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